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EEG-Umlage verteuert Northeimer Strom

Wie viele andere Unternehmen in der Stromwirtschaft müssen auch die Northeimer Stadtwerke (SWN) zum Jahreswechsel die Strompreise anpassen. Ab 1. Januar 2011 erhöhen sich die Kosten für die rund 13.000 Stromkunden der SWN um durchschnittlich sechs Prozent. Die Preise für Erdgas und Wasser bleiben konstant.

Als Grund für die Strompreiserhöhung nennt SWN-Geschäftsführer Dirk Schaper die deutliche Steigerung der gesetzlich garantierten Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage). Diese steigt zum Jahreswechsel von derzeitig 2,047 Cent auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Strom -  „eine Erhöhung um mehr als 70 Prozent“, betont Schaper.

Der Geschäftsführer macht deutlich, dass die SWN bei der jüngsten Strompreiskalkulation einige entlastende Faktoren berücksichtigen konnte, die zu einer Preissenkung hätten führen können. Schaper: „Unsere Kunden profitieren beispielsweise von Einsparungen auf unserer Kostenseite sowie von einem strukturierten Stromeinkauf.“ Dadurch konnten die Stadtwerke einen Teil der durch die EEG-Umlage verursachten Kostensteigerungen auffangen, so dass die Preise der SWN im Vergleich zu anderen Stromlieferanten nur moderat angehoben werden.

Zum 1. Januar 2011 werden die Stadtwerke Northeim die Strompreise für Haushalts- und Kleingewerbekunden im Grundversorgungstarif um 1,20 Cent netto (rund 1,43 Cent brutto) je kWh Strom erhöhen. Für Kunden, die Preisvorteile des Produktes NOMstrom genießen, erhöht sich der Arbeitspreis um 1,10 Cent netto (rund 1,31 Cent brutto) je kWh Strom. Die Grundpreise bleiben jeweils unverändert.

Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh Strom beträgt die Stromrechnung für NOMstrom im kommenden Jahr 823,43 Euro. Das bedeutet gegenüber diesem Jahr eine monatliche Mehrbelastung von rund 3,80 Euro. Allein die Erhöhung der EEG-Umlage hätte jedoch zu Mehrkosten von über 5 Euro monatlich geführt, wenn die SWN einen Teil der Kostensteigerung nicht aufgefangen hätte.

„Steigen werden die Strompreise in naher Zukunft bundesweit“, und so appelliert Dirk Schaper an seine Kunden, nicht überstürzt den Energielieferanten zu wechseln: „Wir bieten seit Jahren faire Preise und Konditionen – daran wird sich durch diese Preiserhöhung nichts ändern.“ Als starker Partner in Northeim gehört die SWN in Sachen Energie und Wasser zur ersten Adresse, so der Geschäftsführer, der mit seinem Unternehmen auch in Zukunft ein Garant für Arbeitsplätze und Investitionen vor Ort bleiben möchte.

47 Prozent Steuern und Abgaben

Sowohl vom Gesetzgeber als auch in der Gesellschaft werde der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien gefordert. Dies ist zwar wichtig und richtig - hat allerdings auch seinen Preis, so der Geschäftsführer, dessen Unternehmen der Schutz des Klimas und der nachhaltige Umgang mit Energierohstoffen auch ein sehr wichtiges Anliegen ist.

Ein wesentlicher Anteil des Strompreises sind die staatlichen Belastungen. Nach Berechnung der SWN steigen die Kosten für Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe sowie die Umlagen aufgrund des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWK) und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf 47 Prozent. „Dass sind 47 Cent von jedem Euro der Stromrechnung“, macht Schaper deutlich. Durch die Bundesnetzagentur regulierte Netzentgelte betragen knapp 20 Prozent und nur etwa zu einem Drittel wird der Strompreis der privaten Haushalte durch die Strombeschaffung, dem Vertrieb und dem Service bestimmt.

Zusammensetzung des Strompreis (SWN, 01.01.2011)

Für das Jahr 2011 sichert die SWN ihren Kunden einen gleichbleibenden Strompreis zu, sofern es keine gesetzlichen Änderungen gibt, die die Stadtwerke dann weitergeben müssten.

Bei Fragen zu den Produkten steht das Kundenserviceteam (Telefon 05551/6005-555) gerne zur Verfügung.

Hintergrundinformationen EEG-Umlage

Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept vom September 2010 angekündigt, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 Prozent zu reduzieren. Erhebliche Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid werden durch die Nutzung erneuerbarer Energien eingespart. Daher unterstützt der Gesetzgeber die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird den Produzenten von EEG-Strom eine feste Vergütung zugesichert. Weil diese höher ist als der Marktpreis im Stromgroßhandel, werden die Mehrkosten den Verbrauchern als EEG-Umlage in Rechnung gestellt. Diese steigt, weil immer mehr Windräder oder Solaranlagen installiert werden.

Hier hat der Gesetzgeber die Stromanbieter in die Verantwortung genommen. Sie reichen die vom Kunden erhobene EEG-Umlage 1:1 an die Übertragungsnetzbetreiber weiter. Für jeden Stromanbieter gilt dabei die gleiche EEG-Umlage, denn sie wird bundeseinheitlich für jede Kilowattstunde festgelegt, die der jeweilige Stromanbieter an die Verbraucher liefert.

Aktuell beträgt die EEG-Umlage 2,047 Cent/kWh. Im kommenden Jahr, ab 01.01.2011, wird sie auf 3,53 Cent/kWh steigen.

 


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