Trinkwasser: Uran-Richtwert in Northeim deutlich unterschritten
Seit einigen Wochen wird bundesweit über die Belastung von Trinkwasser mit Uran berichtet. „Das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Streitföhr in Northeim ist von bekannt hervorragender Qualität", teilt Lars von Minden, Pressesprecher der Northeimer Stadtwerke (SWN) mit, es gebe keinen Anlass zur Sorge.
Nach jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen beträgt die Urankonzentration im Trinkwasser, mit dem die SWN rund 30.000 Menschen in Northeim und den Ortschaften Berwartshausen, Bühle, Denkershausen, Edesheim, Hammenstedt, Hillerse, Höckelheim, Hohnstedt, Imbshausen, Lagershausen, Langenholtensen, Schnedinghausen, Stöckheim und Sudheim versorgt, 1,1 Mikrogramm je Liter. Für die Ortschaft Hollenstedt ergibt sich ein Wert von 0,9 Mikrogramm Uran je Liter.
Beide Werte unterschreiten den derzeitig in Deutschland empfohlenen toxikologischen Richtwert des Umweltbundesamtes (UBA) von 10 Mikrogramm je Liter damit sehr deutlich.
Nachfolgende Erläuterungen bittet die SWN zu beachten.
Hintergrund
Einen einheitlichen Grenzwert für Uran im Trinkwasser gibt es in der Europäischen Union nicht. Auch in der nationalen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) findet sich bisher kein Wert für Uran.
Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde eine Empfehlung veröffentlicht, wonach 15 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser nicht überschritten werden sollten. Das Umweltbundesamt (UBA) als national zuständige Behörde für die Bundesrepublik empfiehlt, einen gesundheitlichen Leitwert (LW) von 10 Mikrogramm pro Liter einzuhalten. Dieser Wert schließt bei stetigem Genuss nach UBA-Angaben jegliche Gesundheitsgefährdung für alle Bevölkerungsgruppen, Säuglinge eingeschlossen, aus.
Speziell bei der aktiven Werbung für Produkte gibt es für Mineralwasserhersteller eine Auflage: Hersteller, die damit werben, dass ihr Mineralwasser „besonders geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" sei, müssen den Wert von zwei Mikrogramm je Liter einhalten. Ohne diesen werbenden Zusatz dürfen Mineralwässer auch mit höheren Uran-Gehalten verkauft werden, da auch für Mineralwässer kein Uran-Grenzwert gesetzlich vorgeschrieben ist. Wichtig: Laut UBA eignet sich frisch aus dem Hahn abgelaufenes Trinkwasser dagegen immer dazu, Säuglingsnahrung zuzubereiten, wenn in ihm alle Parameter der Trinkwasserverordnung und der UBA-Leitwert für Uran eingehalten sind. Einzige Ausnahme: Es gibt Bleileitungen im Haus oder in der Wohnung.
Grundsätzlich wird Trinkwasser in Deutschland streng kontrolliert. Die Wasserversorgungsunternehmen nehmen stetig Proben, um die Trinkwasserqualität zu prüfen. Auch für die Northeimer Stadtwerke ist dies selbstverständlich. Damit verbunden ist zudem ein enger Kontakt zum Gesundheitsamt des Landkreises Northeim.
Das Schwermetall Uran
Uran ist ein auf der Erde weit verbreitetes Element. Das Schwermetall ist in Form zahlreicher Mineralien fast überall in der Erdkruste zu finden. Es kann in Gesteinen, Mineralien sowie Wasser, Boden und Luft vorkommen. Durch Auswaschung aus den Erdschichten können auch Spuren des Urans in das Grundwasser oder Oberflächenwasser gelangen.
Die Urangehalte sind im Wesentlichen geogen, also durch die Natur bedingt und somit regional sehr unterschiedlich. Außerdem sind weitere nicht-natürliche Einträge möglich.
Der LW des UBA ist wissenschaftlich (toxikologisch) begründet und bezieht sich nicht auf die Radiotoxizität von Uran, sondern allein auf seine chemische Toxizität. Denn, so das Umweltbundesamt, unterhalb von 60 Mikrogramm/Liter Uran ist die Radioaktivität für den Gesundheitsschutz nicht von Belang.
